architektur.aktuell 12/2012 – Interiors – Inhaltsverzeichnis

Editorial

Matthias Boeckl

Chefredakteur

Interieurs gelten als kostbare Schatulle des Individuellen. In Wohnungen versucht jeder seinen privaten Traum der Geborgenheit zu realisieren. Anders ist es in Handel und Gastronomie: Hier sind natürlich die Erwartungen der Kundschaft zu erfüllen oder, wenn möglich, sogar noch zu übertreffen. Längst gibt es ganze Wissenschaften dazu – Marktforscher, Psychologen und Designer aller Art wissen genau, wie eine branchentypische Lösung aussieht, die auch funktioniert. Für die Banken, die das finanzieren, ist die Sache damit erledigt: Experten raten zu einer marktgerechten Lösung, die dann bitte auch realisiert werden möge. Bauherren, die nicht von der Gnade der Kreditwirtschaft abhängig sind, können – siehe oben – die Standards hinter sich lassen und ihre Kunden tatsächlich überraschen. (…)

Interiors

BEHF – LOISIUM Wine & Spa Resort, Ehrenhausen

Text: Gudrun Hausegger – Decorum nicht Dekor

Im Juni 2012 eröffnete das LOISIUM Wine & Spa Resort im südsteirischen Ehrenhausen, einige Jahre zuvor hatte der Bau des ersten LOISIUM Hotels (Architekt Steven Holl) im niederösterreichischen Langenlois die Aufmerksamkeit der Fachwelt auf sich gezogen. Die Architektur des neuen 4-Stern Designhotels stammt vom Grazer Büro Architektur Consult (Generalplaner Architekt Peter Zinganel). Für die Innenarchitektur zeichnen BEHF Architekten aus Wien verantwortlich. (…)

bergmeisterwolf – Holzschnitzerei Perathoner im Grödnertal

Text: Edith Schlocker – Origami auf Südtirolerisch

Die Madonnen, Krippenfiguren und Kruzifixe, die in der Grödner Holzschnitzerei Perathoner hergestellt und weltweit verkauft werden, unterscheiden sich in nichts von den Erzeugnissen der Konkurrenten rundum. Sehr wohl allerdings das vom Brixner Architekturbüro bergmeisterwolf entworfene Haus, in dem das alles stattfindet. (…)

raumspielkunst – Restaurant Noir, Stuttgart

Text: Ursula Baus – Kontemplative Rituale

Die westliche Hektik kennt kaum die kontemplative Kraft fernöstlicher Interieurs. Erst im direkten Kontrast mit dem betriebsamen Umfeld wird sie wahrnehmbar. Die Gentrifizierung bringt auch in Stuttgart jenes Publikum ins Quartier, das auf der Suche nach „work-life-balance“ und entsprechenden Ruheoasen ist. (…)

Morphosis – Clyde Frazier’s Wine and Dine, New York, USA

Text: Claus Käpplinger – Godzilla in Chinchilla

Für die Basketballlegende Walt Clyde Frazier schuf Morphosis eine sehr ungewöhnliche Kombination von Restaurant, Sportsbar und Lounge in New York. Frazier wurde als Verteidiger der New York Knicks sieben Mal für das All-Star-Game nominiert. Für sein Restaurant ging er eine Allianz mit der börsennotierten Restaurantkette ARK ein, die für ihre themenorientierten Lokale bekannt ist. (…)

Projects

Plasma Studio – Haus Dolomitenblick, Sexten, Südtirol

Text: Edith Schlocker – Wohnskulptur mit Aussicht

Googelt man Plasma Studio Architects, finden sich drei Adressen: eine in London, eine in Peking und eine in Sexten. Hier sitzt Ulla Hell und hier steht auch der jüngste Wurf des innovativen Trios: das „Haus Dolomitenblick“. (…)

Peter Ebner and friends – Wohnbau Welfenstraße, München

Text: Roman Höllbacher – Eine Wohnfalte in Haidhausen

In München steht nicht nur beim Oktoberfest die Tradition hoch im Kurs. Dass dies sein Gutes hat, kann man bei der Konzeption der Wohnhöfe an der Welfenstraße beobachten, dessen städtebauliches Konzept von den Münchener 03 Architekten stammt. Es knüpft an die kompakten Blockrandbebauungen des Stadtteils Haidhausen an. (…)

maxRIEDER – Schulzentrum Bad Hofgastein, Salzburg

Text: Matthias Boeckl – Komplexität statt Stildogma

„Eine Schule, die nicht auf den ersten Blick ‚modern‘ wirkt“, wollte maxRIEDER schaffen. Es wurde ein Haus mit zahllosen subtilen Details und jeder Menge räumlichem Mehrwert. Statt in Zeitgeistformen investierten Gemeinde und Architekt hier lieber in gute Materialien, Raumvielfalt und multifunktionale Strukturen. (…)

Supplement: Büro+Objekt

LP architektur – Sanierung und Erweiterung Holzbau Meiberger in Lofer, Salzburg

Text: Norbert Mayr – Holzschatulle im Stahlbetonraster

Die Marktgemeinde im nördlichen Pinzgau besitzt ein schönes, gewachsenes Zentrum, in dem sich u.a. Clemens Holzmeisters Saalzubau zum Bräu Hotel von 1928/1929 befindet. Etwas außerhalb entstand 1978 ein gewerblicher Gebäudekomplex. Schrittweise gewachsen bildete er die Basis für Tom Lechners Umbau bzw. Sanierung und Erweiterung. Der Bestand wurde mit vorgefertigten Holzriegelbau-Elementen energetisch saniert, Stahlbetonpfeiler nutzend entstand bei der Büroerweiterung ein großzügiges, zum Teil zweigeschoßiges Raumkontinuum. Der Gewinn von Büro- und Wohnraum verbindet sich zu einer attraktiven, von Holz geprägten Gesamterscheinung. Das entspricht dem Selbstverständnis des innovativen, dynamischen Holzbau-Unternehmens. (…)

ATP N + M Architekten Ingenieure – Logistik Tönnies Fleisch, Rheda-Wiedenbrück, Deutschland

Text: Klaus-Dieter Weiß – Architektonischer Ruhepunkt

Empfangsgebäude, Unternehmenszentrale, Kindertagesstätte, Fitnessbereich, Umkleiden für tausendfaches Personal, Brücke in die Produktion: Für diesen Grad von Multifunktionalität ist der treffende Begriff nur in der Verallgemeinerung „Logistik“ zu finden. (…)

Glück + Partner – Forum Holzbau, Ostfildern

Text: Ursula Baus – Wohlige Büro-Welten

Die angenehmen Eigenschaften des Baustoffs Holz muss man nicht mehr ins Gedächtnis rufen. Zum Baustandard gehören Holzhäuser allerdings immer noch nicht, auch weil sich Bilder von rustikaler Gemütlichkeit oder ruppigem, hemdsärmeligem Öko-Stil eingeprägt haben. Außerhalb von Architektenkreisen kennt eben nicht jeder die Entwicklung der letzten Jahrzehnte in Vorarlberg. Die meisten Menschen denken immer noch an Almhütte, Zirbelstube und Blockhaus. (…)

INNOCAD – Microsoft Österreich, Wien

Text: Franziska Leeb – Der bewohnte PC

Seit 2002 residiert Microsoft Österreich im Wiener Office Park Europlaza. Zehn Jahre später richtet der Konzern die komplette Bürostruktur neu aus und wird zum Vorreiter bei der Infragestellung traditioneller Bürozuschnitte. Geplant wurde auf Basis einer konzernweit angewandten Raumplanungsstrategie namens WorkPlace-Advantage – kurz WPA – die Struktur und Arbeitsweise der Mitarbeiter am Standort analysiert. Nachdem zum Beispiel klar ist, wie hoch der Anteil der „Residents“ ist, die wegen ständiger Anwesenheit einen fixen Arbeitsplatz brauchen und jener der kaum anwesenden „Nomads“, wird das Raumprogramm definiert. (…)


[:de]

the art of building
Einzelheft, ISSN: 0570-6602, Ausgabe: 2012-12
[:en] the art of building
Single Issue, ISSN: 0570-6602, Issue: 2012-12


Gepostet von roedler am 20.12.2012. In architektur.aktuell, News. Abonnieren mit RSS 2.0. Sie können Kommentare oder Trackbacks setzen

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