Baumschlager Hutter Partners: Die neue Wildspitzbahn, Pitztaler Gletscher, Tirol – Windschlüpfriges Gefäß 

Carlo Baumschlager hat in seinem Architektenleben schon viel gebaut. Seine schwierigste Baustelle war die Wildspitzbahn auf den Pitztaler Gletscher, die ihn angesichts der Archaik der Natur demütig werden ließ.

Grenzenlose Aussicht

Inszenierung von Landschaft und Technik: Die Bergstation ist mehr als bloß Hülle für die 80 Achter-Gondeln der Umlaufkabinenbahn  Staging landscape and technology: More than a shell for the 80 eight-person gondolas of the continuous cable car system Photo Frener & Reifer

Inszenierung von Landschaft und Technik: Die Bergstation ist mehr als bloß Hülle für die 80 Achter-Gondeln der Umlaufkabinenbahn  Staging landscape and technology: More than a shell for the 80 eight-person gondolas of the continuous cable car system Photo Frener & Reifer

Der höchste, bequem per Bahn erreichbare Punkt nicht nur Österreichs, sondern der gesamten Ostalpen, liegt auf 3.440 Metern Höhe und etwas mehr als 300 Metern unter der Wildspitze im hintersten Tiroler Pitztal. Von der die Aussicht fast grenzenlos, praktisch nur durch die Erdkrümmung begrenzt ist. Fast so fabelhaft ist auch der Rundumblick von der Terrasse der Bergstation der neuen Wildspitzbahn aus. Gebaut hat sie das Architekturbüro Baumschlager Hutter Partners als Direktauftrag von Hans Rubatscher, dem architekturaffinen Geschäftsführer der Pitztaler Gletscherbahnen. In dem die Vorarlberger Baukünstler einen ebenso kritischen wie anspruchsvollen Bauherrn gefunden haben, „wie man sich einen besseren nicht wünschen kann“, sagt Oliver Baldauf, der als Projektleiter in den vergangenen zwei Sommern viel Zeit in der dünnen hochalpinen Luft verbracht hat.

Restaurant mit Einrichtung und Böden aus Eichenholz von Bregenzerwälder Handwerkern  Restaurant with oak floor and furniture by craftsmen from the Bregenzerwald Photo Marc Lins

Restaurant mit Einrichtung und Böden aus Eichenholz von Bregenzerwälder Handwerkern  Restaurant with oak floor and furniture by craftsmen from the Bregenzerwald Photo Marc Lins

Stellt das Bauen auf mehr als 3.000 Metern Seehöhe in felsigem Permafrostgebiet doch ganz besondere Anforderungen an Mensch und Material. Die Arbeitszeit beschränkt sich auf die Monate zwischen Juni und September inklusive nicht einschätzbarer Wetterkapriolen, wodurch der taggenaue Terminplan nicht selten über den Haufen geworfen wurde. Gewaltig waren außerdem die logistischen Herausforderungen, die es bereits vor Baubeginn zu lösen galt. Über eine bestehende Notzufahrt wurde mit allradbetriebenen LKWs bzw. einer 2011 installierten Materialseilbahn das gesamte Baumaterial inklusive zwei Baggern und einem Baukran auf den Gipfel gekarrt und gezogen oder von Hubschraubern abgeseilt. Wobei an Ort und Stelle nur das gemacht wurde, was unbedingt notwendig war. Was technisch machbar war, wurde im Tal vorgefertigt und vor Ort nur mehr zusammengeschraubt. Möglich nur durch millimetergenaue Präzisionsarbeit auf der Basis einer Planung in 3D, die ohne moderne Computertechnik nicht möglich wäre.

Winziger Bauplatz

Mit den Arbeiten für die neue Bahn auf die Wildspitze begonnen wurde im Frühjahr 2011 mit dem Abbruch der alten. Der Bauplatz auf einem Felsgrat in 3.440 Metern Höhe ist winzig, nur wenige Quadratmeter groß. (…)

Photos Marc Lins Photography, Frener & Reifer Fassaden, Pitztaler Gletscherbahnen

Text Edith Schlocker

Vollständiger Artikel in architektur.aktuell 1-2/2013

Gepostet von rinne am 11.02.2013. In architektur.aktuell, Featured, News, Projekte. Abonnieren mit RSS 2.0. Sie können Kommentare oder Trackbacks setzen

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