junger_beer & Clemens Kirsch: Wohnhausanlage Seefeldergasse, Wien – Sanfter Übergang ins Grüne
An den Hauptachsen von Wiens östlichstem Bezirk sind immer noch die alten Dorfstrukturen der ehemaligen Vororte ablesbar. Dahinter wächst jedoch auf einst agrarisch genutzten Flächen die Stadt kontinuierlich weiter und verlangt nach einer geeigneten städtebaulichen Sprache. junger_beer trugen eine Siedlung bei, die den sanften Übergang ins Grüne zum Konzept hat.

Alltagstauglichkeit: Sparsam durchbrochene Fassaden Suitability for everyday use: spare perforation of the facade
Vom Land zur Stadt
Um die Qualitäten der Siedlung angemessen zu würdigen, ist es hilfreich, kurz den Kontext zu betrachten. Die Donaustadt ist Wiens größter und am dünnsten besiedelter Bezirk mit großen Flächenreserven für die Stadtentwicklung. Ackerland und Gärtnereien prägen bis heute die Ränder, der Nationalpark Donauauen reicht hier bis in die Großstadt. Der Stadtteil Essling war 1991 Standort eines EUROPAN-Wettbewerbs. Sieger Martin Feiersinger variierte damals in seinem Vorschlag das Thema „Stadtgärten“ mit einer dichten, zweigeschoßigen Bebauung mit innenliegenden Freiräumen zum dörflichen Kern hin. Richtung Grünland überlegte er einen Teppich aus flachen Doppelhäusern mit Gartenhöfen. Und am Rand des ehemaligen Schlossgartens sollten acht aufgestelzte Laubenganghäuser entstehen, unter denen der Park durchfließt.
Von letzteren realisierte Feiersinger in modifizierter Form vier Blocks. Die übrigen Flächen vergab die Stadt an verschiedene Bauträger, die mit diversen Architekten eine recht heterogene Collage an Siedlungsteilen umsetzten. Hervorzuheben wären drei Reihenhauszeilen von Leo Dungl, die trotz ihrer Kompaktheit durch die Rhythmik der Gebäudekuben, Gärten und Terrassen eine hohe Intimität der einzelnen Wohnungen gewähren.
Zum Grün hin abgestuft
Angrenzend an dieses im Lauf der 1990er Jahren entwickelte Areal realisierte nun das Architektenteam junger_beer auf einem knapp 9 Hektar großen Grundstück an der Seefeldergasse (die bezeichnenderweise bis 1955 Gärtnerstraße hieß) und der Klara-Klum-Gasse eine Siedlung, die diese Entwicklungsachse südöstlich des Esslinger Dorfkerns fortsetzt. Das Z-förmige Baufeld war Gegenstand eines 2008 ausgelobten Bauträgerwettbewerbs im Zuge des Programmes „Neue Siedlerbewegung“, das leistbares Wohnen mit Grünbezug, vor allem für Familien mit Kindern, im Fokus hatte. (…)
Photos Hertha Hurnaus, junger_beer
Text Franziska Leeb
Vollständiger Artikel in architektur.aktuell 11/2012




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