NMPB Architekten: Institutsgebäude Währingerstraße 29, Wien – Effizient, ökonomisch, attraktiv
Bereits mit dem Schulzentrum Krems und der Fachhochschule St. Pölten sind dem Wiener Büro NMPB Architekten Bildungsbauten mit vorbildhaften räumlichen Lösungen und ausgezeichneten atmosphärischen Qualitäten gelungen. Mit dem neuen Institutsgebäude in der Währinger Straße in Wien haben sie Studierenden einmal mehr ein zeitgemäßes räumliches Angebot aufbereitet.

Kommunikation ist alles im Institut für Kommunikationswissenschaften: Transparente Erdgeschoßzonen, Tageslicht in den Erschließungen der unterirdischen Hörsäle Everything is devoted to communication in the Institute for Communication Science: transparency on ground floor zones, daylight access to the lecture halls (Photo Hertha Hurnaus)
Großzügigkeit trotz Raumökonomisierung
Die Anforderungen an NMPB Architekten beim Bau des neuen Institutsgebäudes waren umfassend. Zunächst galt es neben einem engen Kostenrahmen eine kurze Bauzeit einzuhalten. Der Wettbewerb war zwar bereits 1999 gewonnen, der Baubeginn verzögerte sich jedoch bis Anfang 2010. Dann musste es schnell gehen: Im März 2012 war das kompakte Gebäude schlüsselfertig. Für die Studierenden öffnete das Haus, in dem nun das Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaften und die Fakultät für Informatik nach langer Unterbringung an diversen provisorischen Standorten ein Stammhaus bekommen haben, mit Semesterbeginn Anfang Oktober. 6.000 Studierende nutzen seitdem in einer attraktiven Lernumgebung das umfangreiche Angebot an Hörsälen, Seminar- und PC-Schulungsräumen, EDV-Forschungslabors sowie die gemeinsame Bibliothek.

Seminarraum: Lichtverstärker Gelb, unverschalte Decke Seminar rooms: light intensifier yellow, exposed ceiling (Photo Hertha Hurnaus)
„Eine Herausforderung war, das dichte Raumprogramm auf dem kleinen Grundstück unterzubringen. Das Verhältnis von Grundstücksfläche zur Programmfläche steht im Verhältnis 1:6,“ erklärt Sascha Bradic von NMPB Architekten. Möglich war dies nur durch die Wahl eines kompakten Baukörpers mit flächenoptimierten Grundrissen und kurzen Verkehrsflächen. Das klingt nach einem ungemütlichen Korsett mit dunklen Räumen und engen Wegen. Das bauliche Ergebnis zeugt vom Gegenteil, einer hellen, freundlichen Umgebung mit einer engen Beziehung von Innen- und Außenräumen, mit einem Wort, einer räumlichen Großzügigkeit.
Schon die „dreidimensionale“ Fassade gegen die Währinger Straße zu – als Übergang zwischen dem Baufluchtsprung von 2,70 Meter zwischen den benachbarten Bauten konzipiert – öffnet das Volumen und schafft mit verglasten Vorsprüngen zusätzlichen Raum. Die Gebäudeformation samt Positionierung der Erschließung tut das ihre, um die Kompaktheit des Baukörpers offen zu gestalten: Der zweischenkelige Baukörper nutzt einerseits die Bebauung an der Währinger Straße, schafft andererseits Raum für einen begrünten Innenhof. Von der straßenseitigen Eingangshalle geht rechter Hand der Abgang zu den beiden Untergeschoßen des Hörsaalzentrums ab. (…)
Photos Hertha Hurnaus
Text Gudrun Hausegger
Vollständiger Artikel in architektur.aktuell 11/2012




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