Plasma Studio: Haus Dolomitenblick,Sexten, Südtirol – Wohnskulptur mit Aussicht
Sucht man nach Plasma Studio Architects, finden sich drei Adressen im Web: eine in London, eine in Peking und eine in Sexten. Hier sitzt Ulla Hell und hier steht auch der jüngste Wurf des innovativen Trios: das „Haus Dolomitenblick“.

All-over-Material: Boden, Wand und Decke der Balkone sind aus Lärchenplatten, manche Nutzer verweigern die schöne Grauverwitterung und imprägnieren das Holz All-over material: all floors, walls and ceilings of the balconies are made of larch boards, some owners paint them Photo Hertha Hurnaus
Ort mit Tradition
Das landschaftlich wunderschön am Fuß der Drei Zinnen gelegene Sexten ist ein Ort mit langer touristischer und architektonischer Tradition. Clemens Holzmeister hat hier etwa in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts ein noch heute fast original erhaltenes Hotel gebaut. Bausünden, die viele der Tourismusorte etwa im nördlichen Tirol durch alle Maßstäblichkeit sprengende Hosenträgerarchitekturen verschandeln, gibt es hier nicht. Um stattdessen ein Tirol-Klischee zu tradieren, das nicht wirklich gut ist, aber auch nicht weh tut. Das „Haus Dolomitenblick“, das Plasma Studio am Ortsrand von Sexten in einen steilen Hang hineingebaut hat, ist aber völlig anders. Und trotzdem alles andere als ein Fremdkörper im dörflichen Ensemble.

Einheit von innen und außen: minimalistisches Interieur Unity of inside and outside: minimalistic interior Photo Hertha Hurnaus
Viele vermögende Oberitaliener urlauben in Sexten. Wer es sich leisten kann, in der eigenen komfortablen Zweitwohnung. Sechs von solchen in der Größe zwischen 85 und 150 Quadratmetern machen auch das „Haus Dolomitenblick“ aus. Gebaut anstelle eines Hauses mit ebenfalls Zweitwohnsitzen, bei dem die von der Bauordnung her mögliche Kubatur nicht ausgeschöpft war. Das sollte sich durch den Neubau ändern, genauso wie die Architektur.

Gleiche Textur, anderes Material: Statt Holzschindeln werden Platten aus voroxidiertem Kupferblech verwendet Same texture, different material: copper panels are used instead of larch shingles Photo Hertha Hurnaus
Baukünstler-Trio
„Der Bauherr – ein Industrieller aus Treviso – wollte kein Spekulationsobjekt errichten, sondern eine wirklich gute, außergewöhnliche Architektur“, sagt Ulla Hell, die als eine von drei Partnern von Plasma Studio das Büro in Sexten leitet. Während der Deutsche Holger Kehne und die Argentinierin Eva Castro die Büros in London und Peking besetzen. Kennengelernt haben sich die drei polyglotten Baukünstler in London, wo Kehne und Castro 1999 ihr gemeinsames Büro gegründet haben. Nach ihrem Studium in Innsbruck, Delft und Eindhoven stieß bald die Südtirolerin Ulla Hell zu ihnen, die es aber auf Dauer in der Großstadt nicht ausgehalten hat. „Ich bin ein Bergmensch“, sagt die dreifache Mutter, und da sie ihre Partner nicht ziehen lassen wollten, wurde 2002 die Sextener Dependance von Plasma Studio gegründet. (…)
Photos Hertha Hurnaus
Text Edith Schlocker
Vollständiger Artikel in architektur.aktuell 12/2012
the art of building
Einzelheft, ISSN: 0570-6602, Ausgabe: 2012-12
[:en] the art of building
Single Issue, ISSN: 0570-6602, Issue: 2012-12




Senden...













