udo heinrich architekten: Bahnhof und Remise in Lamprechtshausen, Salzburg – Einfach gut
Seit der neue Bahnhof in Lamprechtshausen im Mai 2012 in Betrieb genommen wurde, steigen die Fahrgastzahlen. Das zeigt die Akzeptanz in der Bevölkerung für die neue Gestaltung des Verkehrsknotenpunkts. Die gut überschaubare, lichtdurchflutete Halle mit der begrünten Innenwand öffnet sich gänzlich zum Vorplatz, verströmt eine besondere Atmosphäre. Architekt Udo Heinrich hat das kleinste Detail gestaltet, aber auch den angrenzenden Freiraum mit Bäumen und Fahrradständern aufgewertet.

Wetterschutz für die Busstation: Südseitige Auskragung Canopy for the bus station: roof on the building’s south side Photo Kurt Kuball
Irrationaler Widerstand
Als Hans Poelzig 1919/22 für Max Reinhardt ein gleichermaßen gigantisches wie außergewöhnliches Festspielhausprojekt im Schlosspark von Hellbrunn plante, war dieser Ort südlich von Salzburg hervorragend an den öffentlichen Verkehr und das Stadtzentrum angebunden. Er lag an der Trasse der leistungsfähigen Roten Elektrischen, die weiter bis nach Berchtesgaden und zum Königsee führte. Diese Bahn erschloss im Norden Salzburgs auch Oberndorf und Lamprechtshausen.
Bedauerlicherweise wurde auch in Salzburg das Potenzial dieser Regionalbahnen für eine positive Entwicklung des Zentralraums nicht erkannt, sie wurden vom Auto verdrängt. In den 1950er Jahren wurden die Ischlerbahn (Salzkammergut-Lokalbahn) und der Südast der Roten Elektrischen stillgelegt. Das blieb dem Nordast Salzburg-Lamprechtshausen erspart, glücklicherweise identifizierte sich die Bevölkerung damals stark mit ihrer Roten Elektrischen.

Eingeschobener, niedriger Nebenraumtrakt aus rotem Fertigteil-Beton Inserted ancillary rooms of red precast concrete elements Photo Kurt Kuball
Die sogenannte Salzburger Lokalbahn, die 1951 sogar bis Trimmelkam ins benachbarte Oberösterreich verlängert worden war, gilt heute als Vorzeige-Regionalbahn. Sie ist seit einigen Jahren als S 1 (Salzburg-Lamprechtshausen) bzw. S 11 (Salzburg-Trimmelkam) Teil des Salzburger S-Bahn-Netzes. Neben der S 2 entlang der Westbahn Richtung Straßwalchen entstand in den Nullerjahren mit der S 3 bzw. S 4 zwischen Berchtesgaden/Bad Reichenhall und Golling ein regionales Nahverkehrsnetz. Bemerkenswerterweise sträubten sich die ÖBB lange, die zentralste Haltestelle „Salzburg Mülln“ um den Hinweis „Altstadt“ zu ergänzen. Mehr als überfällig sind City-Bike-Stationen, es gibt keinen Übersichtsplan zu Park & Ride-Parkplätzen an den S-Bahnstrecken der Region, die – wenn vorhanden – oft schon zu klein sind. (…)
Photos Kurt Kuball
Text Norbert Mayr
Vollständiger Artikel in architektur.aktuell 1-2/2013




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